Bei interkulturellen Weiterbildungen ist es schwierig, von DER EINEN Weiterbildung zu sprechen. Dafür ist das Angebot zu vielfältig und die Schwerpunkte zu unterschiedlich. Denn je nachdem, ob man sich beispielsweise für Interkulturelle Kommunikation oder für Interkulturelles Management interessiert, wird der Fokus der Weiterbildung auf unterschiedlichen Inhalten liegen. Gleichzeitig kommt es natürlich auch darauf an, ob man sich für ein spezielles Gebiet (z. B. Asien oder Osteuropa) interessiert oder nur allgemein für interkulturelle Handlungsweisen. Es ist also schwierig, die Inhalte zu vereinheitlichen, und Interessenten sollten sich erst einmal bewusstmachen, welche Weiterbildung im interkulturellen Bereich sie eigentlich besuchen möchten.
Was sich jedoch zusammenfassen lässt: Bei jeder interkulturellen Weiterbildung geht es generell um das Verständnis von Kultur und Kommunikation und den Umgang mit kulturfremden Eigenschaften.
Um etwas konkreter zu werden, haben wir hier einige Themen, die in einer interkulturellen Weiterbildung vorkommen können.
- Sprache und Kommunikation
- Interaktion zwischen Deutschen und Amerikanern/Franzosen/Chinesen
- Führung von Mitarbeitern
- Grundlagen des interkulturellen Managements
- Interkulturelles Personalmanagement
- Diversity und Chancengleichheit
- Ansätze der Kulturanalyse und -beschreibung
Die Voraussetzungen für eine Weiterbildung im interkulturellen Bereich variieren stark – ebenso wie die Dauer und die Kosten. Es gibt einige Anbieter, bei denen die Teilnehmer keine speziellen Voraussetzungen erfüllen müssen, um an der Fortbildung teilzunehmen, da grundlegende Kenntnisse im interkulturellen Bereich vermittelt werden, für die man keine Vorkenntnisse benötigt.
Gleichzeitig gibt es allerdings auch Anbieter, die eine Hochschulzugangsberechtigung, Fremdsprachenkenntnisse und Auslandserfahrung von ihren Teilnehmern verlangen. Auch hier gilt also, dass man sich im Vorfeld genau über die Voraussetzungen beim Anbieter informieren sollte.
Obwohl Fremdsprachenkenntnisse nicht zwingend als Voraussetzung für eine interkulturelle Weiterbildung genannt werden, ist es im Berufsalltag doch von Vorteil, wenn man zumindest über ein gutes Sprachniveau in Englisch verfügt. Denn ehrlich gesagt, hilft es nicht viel, wenn man sich zwar der kulturellen Unterschiede bewusst ist, aber nicht miteinander kommunizieren kann.
Gerade bei Weiterbildungen in der interkulturellen (Wirtschafts-)Kommunikation werden oft Fremdsprachenkenntnisse gefordert, allerdings handelt es sich dabei in der Regel um Englisch, Französisch oder Spanisch. Wer sich beispielsweise für eine interkulturelle Weiterbildung mit Schwerpunkt Asien interessiert, muss dafür nicht schon Chinesisch, Japanisch o. Ä. sprechen können.
Die Dauer variiert je nach Weiterbildung und Anbieter. Da es sich um unterschiedliche Schwerpunkte im Bereich der interkulturellen Kompetenz bei den verschiedenen Weiterbildungen handelt, werden Lehrgänge mit einer Dauer zwischen 2 und 12 Monaten angeboten. Handelt es sich um Fernlehrgänge, kann der Betreuungszeitraum normalerweise kostenlos um einige Monate verlängert werden. So sollte jeder die Weiterbildung abschließen können, auch wenn der Teilnehmer beruflich oder privat zeitlich sehr eingespannt ist.
Weiterbildungen im Bereich interkulturelles Management, Kompetenz oder Kommunikation werden sowohl als Fernlehrgänge als auch als Präsenzlehrgänge oder Variationen daraus (Blended Learning) angeboten. Wer also unbedingt eine Weiterbildung mit Präsenzterminen machen möchte, sollte sich im Vorfeld darüber informieren, bei welchem Anbieter es dieses Modell gibt.
Da interkulturelle Weiterbildungen relativ breit gefächerte Inhalte haben können und sehr in der Dauer variieren, gibt es auch einige Unterschiede in den Preisen.
Dementsprechend schwierig ist es, die Kosten zu benennen, denn man findet sowohl Angebote für 600 Euro als auch Seminare, die 2.700 Euro kosten. Dafür variiert die Dauer zwischen 2 und 12 Monaten. Wer sich selbst zum interkulturellen Trainer ausbilden lassen möchte, zahlt ca. 4.500 Euro.
Interessenten sollten dabei bedenken, dass der Preis nicht immer die Qualität widerspiegelt und nicht zwingend die teuerste Weiterbildung auch die beste ist. Stattdessen sollte man sich individuell über die Inhalte und Leistungen des jeweiligen Anbieters informieren und im besten Fall Absolventen oder Teilnehmer nach ihren Erfahrungen mit dem Anbieter/der Weiterbildung fragen. So bekommt man eine authentische und realistische Einschätzung über die Qualität und die Abläufe.
Einige Anbieter bieten eine Ratenzahlung an. In manchen Unternehmen übernimmt auch der Arbeitgeber die Kosten der Fortbildung (zumindest teilweise), wenn es der beruflichen Weiterentwicklung dient. Es kann also nicht schaden, beim Chef nachzufragen, wenn man sich für eine solche Weiterbildung interessiert.
Die Kosten für berufliche Fort- und Weiterbildungen kann man in der Regel als Werbungskosten oder Sonderausgaben steuerlich absetzen. Für ausführliche Infos dazu fragt man am besten direkt beim Finanzamt oder Steuerberater nach.
Bei der Suche nach einer Weiterbildung für interkulturelle Kompetenzen sollte man darauf achten, dass die Weiterbildung im besten Fall von einer öffentlichen Stelle anerkannt wird. Bei Fernstudiengängen ist das z. B. die ZFU, die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht.
Bei offiziell anerkannten Weiterbildungen kann man sich relativ sicher sein, dass der Anbieter seriös ist und das Zertifikat von Arbeitgebern positiv bewertet wird. Denn es ist wirklich ärgerlich, wenn man Zeit und Geld in eine Fortbildung investiert, die den Absolventen dann beruflich nicht weiterbringt, weil der Anbieter als unseriös gilt.
0 Anbieter für die Weiterbildung Interkulturelles Management
Weiterbildungen im Interkulturellen Management dienen vor allem der persönlichen Kompetenzerweiterung und zielen nicht primär darauf ab, dass die Teilnehmer nach der Prüfung z. B. eine leitende Position mit Personalverantwortung übernehmen können. Aber auch hier kommt es auf die jeweilige Weiterbildung an. Denn manche Fortbildungen vermitteln neben den interkulturellen Inhalten auch Führungs- und Sozialkompetenz und können die Teilnehmer dadurch zur Übernahme von Führungsverantwortung befähigen.
Wer bereits ein internationales Team leitet oder das zukünftig tun wird, kommt andererseits meistens nicht um ein interkulturelles Training herum, möchte er allen Mitarbeitern gerecht werden. Auch in den Personalabteilungen werden Personen mit interkulturellen Kompetenzen durch die Globalisierung immer wichtiger.
Doch auch wenn eine interkulturelle Weiterbildung nicht vorrangig auf eine Beförderung abzielt, kann man sich langfristig im Unternehmen durch diese Kompetenz von seinen Kollegen oder Mitbewerbern abheben und dadurch bei der nächsten Beförderung oder Gehaltsverhandlung einen Vorteil haben.
Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, sich als interkultureller Trainer oder Coach selbstständig zu machen und z. B. als externer Trainer in Unternehmen die Mitarbeiter zu schulen. Dafür reicht jedoch nicht jede beliebige interkulturelle Weiterbildung, sondern man muss darauf achten, dass man selbst zum Coach ausgebildet wird.
Das Gehalt hängt davon ab, in welcher beruflichen Position man sich befindet. Als „einfacher“ Mitarbeiter in einem internationalen Unternehmen wird man durch die interkulturelle Weiterbildung nicht zwingend mehr verdienen, da man mit der Fortbildung in der Regel nicht auf eine spezielle Position hinarbeitet, sondern vielmehr seine Kompetenzen ausbaut. Das sollte sich in der nächsten Gehaltsverhandlung auf jeden Fall positiv auswirken!
Allerdings ist es schwierig, genaue Angaben zu machen, da es – neben weiteren Faktoren, die immer auf das Gehalt einwirken – stark von der Position, dem Tätigkeitsbereich und der Branche abhängt. So kann ein HR-Manager im Automobilbereich, der für den Gesamteuropäischen Raum verantwortlich ist, auch ohne Weiteres 80.000 Euro brutto im Jahr verdienen. Für diese Stelle benötigt man dann allerdings auch mehrjährige Berufserfahrung in leitender Position.
Im Internet findet man Angaben zum Einstiegsgehalt für interkulturelle Trainer, die zwischen 2.700 Euro und 2.900 Euro liegen. Allerdings muss man dazu sagen, dass Festanstellungen für interkulturelle Trainer sehr begrenzt sind und Trainer in der Regel auf selbstständiger Basis arbeiten. Dadurch variiert die Vergütung natürlich sehr. Nimm daher alle Gehaltsangaben, die du im Internet findest, vor allem zur eigenen Orientierung, aber nicht als allgemeingültig.
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